Viel Wind um die Folgeschäden eines Sturms

Wenn Tage nach einem Sturm oder Hurrikan noch Folgeschäden entstehen, verweigern manche Gebäudeversicherer die Zahlung. Doch ein neues Urteil gibt nun den Versicherten Recht, die ihrem Versicherer solche Schäden melden.

Anfang Oktober 2017 fegte das Sturmtief Xaver über Mitteleuropa. Sieben Todesopfer in Deutschland und fünf in Polen sowie Sachschäden von mehreren Milliarden Euro waren die unmittelbaren Folgen. Das Ende des Sturms bedeutete aber noch lange nicht das Ende der Beschädigungen.

Denn Tage nachdem der Sturm eigentlich schon abgeflaut war, stürzte ein Baum auf das Haus eines Grundstücks in Dortmund. Der Eigentümer führte den Sturz des zuvor standfesten Baumes auf den Tage zuvor tobenden Sturm zurück und übermittelte den Fall an seine Wohngebäudeversicherung.

Doch der Versicherer lehnte die Forderung mit der Begründung ab, es seien ausschließlich Schäden, die unmittelbar während eines Sturms oder Orkans entstünden, abgedeckt. Der Versicherungsnehmer und Grundstückseigentümer wendete sich an das Dortmunder Landgericht.

Wohngebäudeversicherer muss zahlen

Das Landgericht Dortmund urteilte im Sinne des Klägers (Aktenzeichen 2 O 240/11). Die Gebäudeversicherung muss also den Schaden regulieren. In ihrer Urteilsbegründung verwiesen die Richter auf die Versicherungsbedingungen der Police. Demnach seien solche Sturmschäden abgedeckt gewesen, die „dadurch entstehen, dass der Sturm Gebäudeteile, Bäume oder sonstige Gegenstände auf versicherte Sachen wirft.“ Diesem Wortlaut sei nicht zu entnehmen, dass die Versicherung ausschließlich bei Schäden zahle, die unmittelbar während eines Sturms entstanden sind.

Im vorliegenden Fall hat es also völlig ausgereicht, dass der Sturm die Ursache für die Beschädigung gewesen ist - unabhängig davon, dass zwischen Sturm und Schaden einige Tage vergangen waren.

Schutz für die eigenen vier Wände

Hausbesitzern ist dringend anzuraten, sich gegen Feuer-, Wasser- und Sturmschäden mit einer privaten Wohngebäudeversicherung abzusichern. Denn Häuser und Wohnungen sind oft der bedeutendste Teil des Familienvermögens. Abgesichert sind in der Regel Schäden durch Wasser, Feuer, Sturm und Hagel. Mit einer Elementarklausel springt die Versicherung auch bei Naturkatastrophen wie Lawinen oder Erdrutsche ein. 19 Millionen Hausbesitzer sichern derzeit hierzulande ihre Immobilie mit einer Wohngebäudeversicherung ab.

Die Versicherung kommt grundsätzlich für alle Schäden an Gegenständen auf, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. So ist die Einbauküche versichert, nicht aber das Sofa. Solche beweglichen Gegenstände decken Mieter oder Eigentümer mit Hausratversicherungen ab.

Was tun im Schadensfall?

  1. Den Schaden dokumentieren. Dabei ist es hilfreich, den Schaden von allen Seiten zu fotografieren und die Bilder bei der Schadensmeldung an die Versicherung zu übermitteln.

  2. Versicherer informieren. Wenn ein Schaden eintritt, gilt es sobald wie möglich die Versicherung einzuschalten.

  3. Nicht voreilig handeln. Ändern Sie erst einmal möglichst wenig am Gesamtbild. Denn der Versicherer wird zunächst einen Gutachter beauftragen, der die Situation bewertet und so die Schadensregulierung ermöglicht.

  4. Folgeschäden möglichst verhindern. Versicherte haben die Pflicht haben, Folgeschäden möglichst gering zu halten. Bei einem Wasserrohrbruch ist es daher natürlich Pflicht, den Haupthahn abzudrehen. Und reisst ein Baum ein Loch ins Dach, gilt es, dieses so gut wie möglich abzudichten.

  5. Forderungen weiterleiten. Sollten Sie aufgrund des Schadens - etwa von einem Mieter oder Nachbarn - Forderungen, Mahnungen oder Klagen erhalten, leiten Sie diese an die Versicherung weiter.

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