Mehr als 560 Millionen Schadprogrammvarianten

In sozialen Netzwerken unterwegs, auf Online-Shoppingtouren oder beim Online-Banking: Das Internet ist aus dem Alltag vieler Menschen kaum noch wegzudenken. Doch laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind aktuell mehr als 560 Millionen „PC-basierte Schadprogrammvarianten“ im Umlauf. Wer zahlt, wenn es zu Schäden durch Cyberkriminalität kommt?

Jeden Tag befördert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) allein in den meistgenutzten Software-Produkten durchschnittlich drei neue, bedenkenswerte Schwachstellen ans Tageslicht. Egal ob Smartphone, Tablet, Laptop oder PC: Jeder, der regelmäßig im World Wide Web unterwegs ist, sollte sich Gedanken über die eigene Cyber-Sicherheit machen.

Tatsächlich ist schon jeder zweite deutsche Internetnutzer mit Online-Kriminalität in Berührung gekommen – ob nun durch Datenklau, Hacker-Angriffe, Datenbetrug oder Cyber-Mobbing. Aber wer kommt für Schäden auf, wenn Fremde die eigenen Onlinebanking-Daten vom Smartphone abfangen, die heimische Festplatte stürmen oder sich Zugriff zum E-Mail-Postfach verschaffen? Und was können Verbraucher tun, um sich davor zu schützen?

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Wann Cyber-Versicherungen lohnen

Es gibt mittlerweile spezielle Cyber-Versicherungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während die einen vor allem Rechtsschutz im Fall eines Cyber-Deliktes anbieten, decken andere Vermögensschäden ab. Insbesondere die Serviceleistungen können im Fall eines Cyberschadens hilfreich sein. Denn Versicherer gehen auch gegen rufschädigende Inhalte im Netz vor.

Doch durchschnittlich 120 Euro im Jahr sind für diesen Schutz zu bezahlen. Verbraucher sollten jedoch vor dem Abschluss einer Police genau prüfen, ob ihr bisheriger Versicherungsschutz nicht ausreicht. Denn bestehende Verträge haben hier oft schon einiges zu bieten.

Oft reicht die Haftpflichtpolice

Immer mehr Haftpflichtversicherungen bieten Schutz im Falle von Cyberattacken. Nur in älteren Policen ist Cybersicherheit oft kein Vertragsgegenstand. Hier lohnt ein Blick in die Konditionen. Ist ein Hackerangriff nicht abgedeckt, kann der Wechsel in einen neuen Tarif überlegenswert sein, denn Versicherungen, die auch diesen Schutz bieten, sind nicht unbedingt teurer.

Versicherte müssen aber wissen: Grundvoraussetzung für eine Kostenübernahme ist fast immer ein aktueller Virenschutz.

Wann die Hausratversicherung einspringt

Auch bei Identitätsdiebstahl und Datenklau ist nicht gleich eine Cyberpolice nötig. So kommt im Fall von Phishing, bei dem Cyberkriminelle das Konto plündern, in den meisten Fällen der Versicherer der Hausbank für den Schaden auf.

Im ungünstigsten Fall können Verbraucher hier auf die Unterstützung durch die eigene Hausratversicherung setzen. Neuere Policen beinhalten meist auch Online-Banking-Schutz und decken alle damit verbundenen Schäden.

Rechtsschutz bei Cyber-Mobbing

Täglich werden Menschen im Internet bloß­gestellt. Die Betroffenen können vom Täter die Löschung fordern, wenn der Beitrag ihre Persönlich­keits­rechte verletzt. Ein Anwalt kann dieser Forderung Nach­druck verleihen.

Mit einer Rechtsschutzversicherungen können Versicherte sich nicht nur besser gegen Cybermobbing wehren, sondern auch bei Identitätsklau mit Folgen wie illegalen Downloads oder teuren Onlinekäufen oder beispielsweise im Falle einer Kündigung, weil auf Facebook Unerfreuliches gepostet wurde.

Bei Streitigkeiten vor Gericht kann eine Rechtsschutz-Police Gold wert sein.

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Wann spezielle Cyber-Versicherungen lohnen?

Es gilt also zu prüfen, ob das eigene Sicherheitsbedürfnis nicht über bereits laufende Policen, wie die Haftpflicht-, die Hausrat- oder die Rechtschutzversicherung ausreichend abgedeckt ist. Entscheidend dabei sind auch die Deckungssummen, die insbesondere bei vielen Haftpflicht- und Hausratstarifen geringer ausfallen als bei den Cyber-Versicherungen.

Wem darüber hinaus besondere Serviceleistungen wichtig sind, der ist mit einer speziellen Cyber-Versicherung gut beraten. Das gilt insbesondere, wenn man etwa im Homeoffice oder als Unternehmer mit vertraulichen Kundendokumenten zu tun hat.

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