Kurz vor Weihnachten denken wohl die Wenigsten an ihre Steuererklärung. Ruft doch das Jahresende, Urlaub und gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden. Aber die Zeit läuft: Noch knapp vier Wochen bleiben Sparfüchsen, um die Steuern für 2017 zu reduzieren.

Es klingt erstmal nicht plausibel, aber wer jetzt noch Steuern sparen möchte, muss Geld ausgeben - für Arbeit, Altersvorsorge oder die eigenen vier Wände. Die besten Spartipps im Überblick:

Ausgaben für den Job ansetzen

Arbeitnehmer können in ihrer Steuererklärung Werbungskosten ansetzen, um die Steuerlast zu mindern. 1.000 Euro pro Jahr berücksichtigt das Finanzamt automatisch beim Lohnsteuerabzug. Wer höhere Kosten zu tragen hat, der kann sich diese unter Vorlage entsprechender Nachweise anrechnen lassen.

Pendlerpauschale nutzen

Arbeitnehmer mit weiten Anfahrtswegen sollten stets überprüfen, wie hoch die ihnen zustehende Entfernungspauschale (umgangssprachlich auch Pendlerpauschale genannt) ausfällt. Grundsätzlich wird für jeden gefahrenen Kilometer ein Betrag von 30 Cent angesetzt - unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel. Wichtig: Es zählt nur der Weg vom Wohnsitz zur Arbeitsstelle, nicht aber der Rückweg.

Wer also jeden Tag 20 Kilometer zum Arbeitsplatz fahren muss und in 2017 insgesamt 220 Tage arbeitet, der könnte 1.320 Euro als Werbungskosten geltend machen. Maximal berücksichtigt der Fiskus übrigens Kosten von 4.500 Euro.

Weiterbilden und sparen

Fortbildungen lohnen sich nicht nur im Hinblick auf die positiven Folgen für die berufliche Laufbahn, sondern auch in steuerlicher Hinsicht.

Das Finanzamt erkennt die Ausgaben für solche Maßnahmen in voller Höhe an - und zwar ohne Begrenzung nach oben.

moneymeets Tipp: Arbeitnehmer können sich die anfallenden Kosten schon im aktuellen Jahr anrechnen lassen, auch wenn die Fortbildung erst 2018 beginnt. Sie müssen dafür lediglich einen Teilbetrag vor dem Jahreswechsel zahlen.

Möglichkeiten bei der Altersvorsorge nutzen

Auch wenn Riester- und Rürup-Rente oft eher kritisch betrachtet werden, so können Steuerzahler durchaus sparen, wenn sie Zulagen in Anspruch nehmen und Beiträge als Sonderausgaben absetzen.

Arbeitnehmer sparen bei Riester

Die Grundlage für Riester-Sparer liegt aktuell bei 154 Euro pro Jahr (175 Euro ab 2018). Zusätzlich erhalten Eltern eine Kinderzulage von 185 Euro. Für Nachwuchs, der ab dem 1.1.2008 das Licht der Welt erblickt hat, gibt es sogar 300 Euro.

Um die Zulagen in voller Höhe zu erhalten, zahlen Arbeitnehmer vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag ein. Das Finanzamt erkennt Beiträge von bis zu 2.100 Euro (inkl. Zulagen) an.

Steuervorteile bei Rürup

Wer keine Riester-Förderung erhält, etwa weil er freiberuflich arbeitet, der kann alternativ über Beiträge zur Rürup-Rente Steuern sparen. Gefördert werden Einzahlungen bis zu 23.362 Euro bei Ledigen bzw. 46.724 bei Ehepaaren. Von diesen Beträgen werden im Jahr 2017 84 Prozent als Sonderausgaben anerkannt - also 19.624 bzw. 39.248 Euro.

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Sparen und gleichzeitig Gutes bewirken

Wohltätigkeit zahlt sich für Steuerzahler aus: Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des jährlichen Gesamteinkommens sind Spenden an gemeinnützige oder kirchliche Organisationen absetzbar. Das gilt auch für Spenden ins EU-Ausland.

Bis zu einer Summe von 200 Euro fordert das Finanzamt lediglich einen Einzahlungsbeleg oder eine Bestätigung der Buchung als Nachweis. Bei höheren Beträgen stellt der Empfänger der Spende eine “Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster” (auch Spendenbescheinigung genannt) aus, die er direkt an das Finanzamt übermitteln kann. Der Steuerzahler muss die Bescheinigung dann nur noch auf ausdrückliche Nachfrage des Finanzamts einreichen.

Handwerkerbonus nutzen

Egal, ob für die Sanierung des Badezimmers oder für den neuen Parkettboden im Wohnzimmer - bei Handwerkerarbeiten im eigenen Haushalt schlummert durchaus Sparpotential für Steuerzahler.

Bis zu 6.000 Euro jährlich erkennt das Finanzamt für Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten an. 20 Prozent des Rechnungsbetrags setzt der Fiskus steuermindernd an - bis zu 1.200 Euro also.

Damit der Steuerbonus gewährt wird, sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Die Bauarbeiten müssen an einer bestehenden Immobilie durchgeführt werden. Handelt es sich jedoch um einen Neubau, gibt es keine Steuererleichterung.

  2. Der Steuerpflichtige muss selbst in der Wohnung oder dem Haus leben. Ob es sich um eine angemietete Unterkunft oder Eigentum handelt ist dabei unerheblich.

  3. Die Maßnahme darf nicht steuerlich gefördert sein. Wer also beispielsweise KfW-gefördert seine Immobilie sanieren lässt, der geht im Hinblick auf steuerliche Erleichterungen leer aus.

  4. Nur Arbeitskosten (Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten) wirken steuermindernd, Materialkosten hingegen nicht. Clevere Steuerzahler bitten daher bei der Rechnungsstellung um eine getrennte Auflistung dieser Kosten.

  5. Das Finanzamt erkennt nur Zahlungen an, die per Überweisung getätigt wurden, nicht aber Barzahlungen.

Bis Weihnachten ist es also sinnvoll, nicht nur Geld für Geschenke auszugeben, sondern auch für wohltätige Zwecke oder die nächste berufliche Weiterbildung. Es lohnt sich, denn so bleibt im kommenden Jahr mehr Geld für Geschenke übrig.

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